Gericht zwingt Meta zu 30 Millionen Euro Zahlung an die Telekom

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Eine Liniengrafik, die die Anzahl neuer Fälle pro Million in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Datenkontext bereitstellt.Johanna Krüger

Urteil: Meta muss Telekom 30 Millionen Euro zahlen - Gericht zwingt Meta zu 30 Millionen Euro Zahlung an die Telekom

Ein deutsches Gericht hat Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, verurteilt, der Deutschen Telekom rund 30 Millionen Euro für Datentransportdienstleistungen zu zahlen. Das Urteil fällt nach einem langjährigen Streit darüber, ob Technologiekonzerne sich an den Kosten der Netzwerkinfrastruktur beteiligen sollten. Der Fall ist Teil einer größeren europäischen Debatte über das sogenannte "Fair-Share"-Prinzip, bei dem Telekommunikationsanbieter Zahlungen von US-Techgiganten für die Nutzung ihrer Netze fordern. Das Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigte ein früheres Urteil und erweiterte die Forderung auf einen Zeitraum von über drei Jahren. Es entschied, dass die Deutsche Telekom Anspruch auf Entschädigung von Metas Tochterunternehmen Edge Network für erbrachte Leistungen habe. Meta hatte zuvor für den Datentransport gezahlt, stellte die Zahlungen jedoch 2021 ein. Das Unternehmen argumentierte, es gebe keinen rechtlich bindenden Vertrag oder Zahlungsverpflichtung, da die Deutsche Telekom Meta keine direkte Dienstleistung erbringe. Das Gericht wies diese Verteidigung jedoch zurück und begründete dies damit, dass Edge Network den Datenverkehr über konkurrierende Anbieter hätte umleiten können, falls es mit den Gebühren nicht einverstanden gewesen wäre. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, ihre Marktmacht zu missbrauchen, doch das Gericht lehnte den Vorwurf eines Monopols der Deutschen Telekom in diesem Fall ab. US-Techunternehmen wie Meta betonen seit Langem, dass ihre Dienste die Nachfrage nach Internetverträgen steigern und damit indirekt den Netzbetreibern zugutekommen. Das Urteil schafft einen rechtlichen Präzedenzfall und bestätigt, dass Telekommunikationsanbieter ein grundsätzliches Recht auf Vergütung für Datentransportleistungen haben. Die Entscheidung stärkt die Position europäischer Telekommunikationsunternehmen in ihrem Bestreben, "Fair-Share"-Beiträge durchzusetzen. Meta muss nun 30 Millionen Euro für vergangene Datentransporte zahlen – mit möglichen Auswirkungen auf ähnliche Streitfälle in der gesamten Branche. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Technologiekonzernen und Netzbetreibern über die Finanzierung der Infrastruktur.