Ganztagsbetreuung in Bergisch Gladbach: Recht auf Platz – doch die Schulen sind überlastet
Johanna KrügerGanztagsbetreuung in Bergisch Gladbach: Recht auf Platz – doch die Schulen sind überlastet
Neues Gesetz gewährt Erstklässlern in Deutschland ab dem nächsten Schuljahr Anspruch auf Ganztagsbetreuung – doch in Bergisch Gladbach kämpfen Schulen bereits jetzt mit der Umsetzung
Doch während die rechtliche Grundlage geschaffen ist, stoßen Schulen in Bergisch Gladbach bereits an ihre Grenzen. Viele Familien blicken einer unsicheren Zukunft entgegen, denn die Plätze bleiben knapp.
An der Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Heidkamp konkurrieren fast 300 Erstklässler um nur 200 Plätze in der Offenen Ganztagsschule (OGS). Die Stadt plant, die Situation durch erweiterte Betreuungszeiten zu entlasten: Ab 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr sollen bis zu zehn zusätzliche Plätze angeboten werden.
Noch prekärer ist die Lage an der GGS Moitzfeld. Hier stehen 240 Schülern lediglich 140 OGS-Plätze zur Verfügung – 13 Erstklässler, die eigentlich einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung hätten, gehen vorerst leer aus. Stadtweit erhalten 32 Kinder trotz Anspruch keinen Platz, weil die räumlichen Kapazitäten fehlen.
Insgesamt sind 185 Kinder angemeldet, die keinen OGS-Platz erhalten. Ohne Betreuung müssen ihre Familien ab 11:30 Uhr selbst für eine Alternative sorgen. Doch laut Gesetz ist die Stadt verpflichtet, täglich acht Stunden Kinderbetreuung von 8:00 bis 16:00 Uhr sicherzustellen.
Das Problem wird sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen, denn die gesetzlichen Ansprüche auf Betreuung werden ausgeweitet. Die Stadt steht vor der Herausforderung, die Lücke zwischen rechtlichen Vorgaben und tatsächlichen Kapazitäten zu schließen. Ohne zusätzliche OGS-Plätze werden Hunderten Familien weiterhin Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung drohen. Die Knappheit zeigt, wie stark die lokale Infrastruktur unter dem steigenden Bedarf leidet.
