26 March 2026, 12:17

Eskalation in Gevelsberg: Streit um Datenschutz und politische Überwachung

Gruppe von Menschen mit einem Banner mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Eskalation in Gevelsberg: Streit um Datenschutz und politische Überwachung

In Gevelsberg ist ein Streit zwischen der lokalen Verwaltung und dem Bündnis gegen Rechts eskaliert. Die Gruppe wirft Bürgermeister Claus Jacobi vor, persönliche Daten von Mitgliedern als Bedingung für die Nutzung eines städtischen Veranstaltungsraums zu verlangen. Die Spannungen verschärften sich, nachdem Beamte die angeblichen Verbindungen des Bündnisses zu Antifa und einem regionalen antifaschistischen Netzwerk hinterfragten.

Der Konflikt begann, als die Stadtverwaltung das Bündnis aufforderte, die vollständigen Namen seiner Mitglieder preiszugeben. Ohne diese Angaben deuteten Beamte an, die Gruppe könnte den Zugang zu den Katakomben verlieren, wo sie alle zwei Wochen tagt. Vertreter des Bündnisses lehnten dies ab und bezeichneten die Forderung als Verstoß gegen die DSGVO und das Recht auf freie Vereinsbildung.

Mitglieder warfen dem Bürgermeister zudem vor, ihre Aktivitäten überwachen zu wollen. Sie behaupteten, die Verwaltung erstelle eine "Liste politischer Überzeugungen" und betreibe eine gezielte "Antifa-Diffamierung". Das Bündnis gab weiter an, Beamte hätten nach Verbindungen zu Antifa und dem Netzwerk "Ennepe-Ruhr bleibt standhaft" gefragt, das 2018 gegründet wurde.

Die Stadt wies alle Vorwürfe zurück. Die Behörden betonten, das Bündnis sei weder ausgeschlossen worden noch sei dies geplant. Man bestätigte, dass vier Personen als Vertreter benannt wurden, sodass die Gruppe den Raum weiterhin nutzen könne.

Trotzdem bleiben die Aktivisten verärgert. Sie kritisieren, der Bürgermeister habe ihre zentralen Bedenken hinsichtlich rechtsextremer Aktivitäten in der Region ignoriert. Die Gruppe fordert nun die sofortige und nachweisbare Löschung aller gesammelten Daten.

Öffentliche Aufzeichnungen über die Entstehung, Mitglieder oder Aktionen des Netzwerks "Ennepe-Ruhr bleibt standhaft" gegen Rechtsextremismus seit seiner Gründung existieren nicht.

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Das Bündnis wird vorerst weiterhin in den Katakomben tagen, doch die Spannungen mit der Stadt bestehen fort. Während die Verwaltung betont, lediglich grundlegende Vertreterdaten angefragt zu haben, besteht das Bündnis darauf, dass die Anfrage rechtliche Grenzen überschritten habe. Der Streit verdeutlicht die anhaltenden Konflikte zwischen lokalen Aktivisten und der Verwaltung über Transparenz und politische Kontrolle.

Quelle