Erzbischof Bentz führt die Bischofskonferenz – ein neuer Kurs für die Kirche?

Luisa Klein
Luisa Klein
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Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.Luisa Klein

Erzbischof Bentz führt die Bischofskonferenz – ein neuer Kurs für die Kirche?

Erzbischof Udo Markus Bentz aus Paderborn gilt nun als führender Kandidat für den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz. Die Wahl findet während der Frühjahrs-Vollversammlung in Würzburg statt. Bentz, bekannt für seine gemäßigtere Haltung und pragmatische Führungsweise, hat sich einen Namen damit gemacht, eng mit seinem Bistum verbunden zu bleiben.

Papst Franziskus ernannte Bentz Ende 2023 zum Erzbischof von Paderborn. Seither besuchte er alle 19 Dekanate und zahlreiche Pfarrgemeinden, um die Bindung zu den katholischen Gläubigen vor Ort zu stärken.

Falls er zum Vorsitzenden gewählt wird, vertritt Bentz die deutschen katholischen Bischöfe und leitet die beiden jährlichen Vollversammlungen. Eine zentrale Aufgabe wäre die Begleitung des kirchlichen Reformprozesses, des sogenannten Synodalen Wegs, bei dem der Aufbau von Konsens entscheidend sein wird.

Früher in seiner Laufbahn war Bentz von 1998 bis 2002 Privatsekretär von Kardinal Karl Lehmann. Zwar gibt es keine dokumentierten direkten Einflüsse dieser Zeit auf seine spätere Arbeit, doch distanzierte er sich später von Lehmanns Umgang mit Missbrauchsfällen. Dies geschah, nachdem Bentz die Mainzer Missbrauchsstudie in Auftrag gegeben hatte – ein Zeichen für eine aktivere Haltung in Sachen Verantwortung.

Der neue Vorsitzende übernimmt weitreichende Aufgaben, darunter die Ausrichtung der Kirche in Deutschland. Bentz' Erfahrungen in Paderborn und sein Fokus auf Dialog könnten für seine Führung eine Schlüsselrolle spielen. Über das Wahlergebnis entscheiden die Bischöfe während ihres Treffens in Würzburg.