Ehrenamtliche retten Bibliotheken im Rhein-Sieg-Kreis vor der Schließung
Julian LangEhrenamtliche retten Bibliotheken im Rhein-Sieg-Kreis vor der Schließung
Bibliotheken im Rhein-Sieg-Kreis setzen zunehmend auf ehrenamtliche Unterstützung, um offen bleiben zu können. Zwölf öffentliche Büchereien werden mittlerweile von lokalen Vereinen im Tagesgeschäft betrieben – das geht aus den Zahlen der Kreisverwaltung für das Jahr 2025 hervor. Kürzlich übernahmen Ehrenamtliche aus Alfter und Hennef die Initiative und organisierten ein neues Austauschprogramm, um Ideen auszutauschen und gemeinsame Herausforderungen anzugehen.
Die Idee zu diesem Netzwerk stammte von den ehrenamtlichen Gruppen selbst. Sowohl in Alfter als auch in Hennef erkannten die Verantwortlichen, dass eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bibliotheken mit ähnlichen Problemen notwendig ist. Beim ersten Treffen standen zwei drängende Themen im Mittelpunkt: eine überalterte Mitgliederschaft und rückläufige Beteiligung.
Die Bibliotheken im Kreis arbeiten unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Einige verfügen über moderne Räumlichkeiten und Fachpersonal, andere sind fast vollständig auf Ehrenamtliche angewiesen. In Alfter und Meckenheim etwa organisieren Freiwillige bereits große Teile des Betriebs – von der Veranstaltungplanung bis zur Bestandsverwaltung.
Um den Dialog fortzuführen, einigten sich die Vereine auf einen lockeren, aber regelmäßigen Austausch. Statt starrer Strukturen sollen konkrete Beispiele und Lösungsansätze im Vordergrund stehen. Das nächste Treffen ist für 2026 in Troisdorf geplant, wo weitere Gruppen an der Diskussion teilnehmen werden.
Ziel des neuen Netzwerks ist es, Bibliotheken dabei zu helfen, sich mit begrenzten Mitteln an veränderte Bedürfnisse anzupassen. Durch den gegenseitigen Austausch hoffen die Vereine, Personalengpässe zu überwinden und ihre Angebote aufrechterhalten zu können. Bei künftigen Treffen soll es vor allem um praktische Schritte gehen, um jüngere Ehrenamtliche zu gewinnen und die Effizienz zu steigern.






