DVV-Skandal in Duisburg: Zwei Führungskräfte nach Gehaltsaffäre entlassen

Johanna Krüger
Johanna Krüger
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Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung eines Fabriks mit Rauch, der aus seinen Schornsteinen kommt, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem Himmel, mit dem Text "New York Stock Exchange" unten.Johanna Krüger

Exorbitante Gehälter für Betriebsräte? DVV-Chefs entlassen - DVV-Skandal in Duisburg: Zwei Führungskräfte nach Gehaltsaffäre entlassen

Duisburger Stadtbetrieb DVV entlässt zwei Führungskräfte nach Verdacht auf unrechtmäßige Gehaltszahlungen

Der kommunale Dienstleister der Stadt Duisburg, die Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV), hat zwei hochrangige Manager von ihren Posten abberufen. Die Entlassungen erfolgen nach Vorwürfen, wonach Mitglieder des Betriebsrats unzulässige Gehaltszahlungen erhalten haben sollen. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen der Verdacht auf Untreue, Verstöße gegen das Arbeitsrecht sowie mögliche Justizbehinderung. Im Rahmen der Ermittlungen durchsuchten die Behörden auch die Wohnungen der beiden Führungskräfte.

Der Skandal kam ans Licht, nachdem ein anonymer Hinweis Stadtvertreter auf mögliche Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht hatte. Den Ermittlern zufolge erhielten mehrere Betriebsratsmitglieder finanzielle Vorteile, die weit über den erlaubten Rahmen hinausgingen. Zudem gibt es Vorwürfe der Bestechung, auch wenn bisher keine offiziellen Anklagen erhoben wurden.

Die DVV, einer der größten Arbeitgeber Duisburgs mit über 4.500 Beschäftigten, steht zunehmend in der Kritik. Der Betriebsrat übt erheblichen Einfluss auf Personalentscheidungen aus, was Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte aufwirft. Die beiden beschuldigten Manager hatten sich zunächst bereit erklärt, vorübergehend zurückzutreten, sollen später jedoch versucht haben, die Ermittlungen zu behindern.

Mittlerweile haben die Staatsanwälte ihren Fokus ausgeweitet und prüfen auch den Vorwurf der Anstiftung zur Beweisunterdrückung. Bei den Durchsuchungen in den Wohnungen der Führungskräfte beschlagnahmten die Beamten Dokumente, elektronische Geräte und Mobiltelefone. Die Ermittlungen dauern an; die Behörden untersuchen, ob Versäumnisse bei der internen Kontrolle zu den mutmaßlichen Verstößen beigetragen haben.

Die DVV hatte sich in der Vergangenheit für strengere Transparenzregeln bei der Vergütung von Betriebsratsmitgliedern ausgesprochen. Nun geraten jedoch die eigenen Compliance-Strukturen des Unternehmens in den Fokus, während der Fall weiter aufgeklärt wird.

Die beiden Vorstandsmitglieder bleiben bis auf Weiteres suspendiert. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Strafen wegen Untreue, Behinderung der Justiz oder anderer Delikte. Das Verfahren könnte zudem weitreichende Reformen nach sich ziehen, wie die DVV künftig finanzielle Vereinbarungen mit ihren Betriebsratsvertretern überwacht.