Düsseldorfer Karneval 2025 startet mit Rekordumzug und trotzigem Protest gegen russische Drohungen

Luisa Klein
Luisa Klein
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Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf der Straße in Washington, D.C. am 21. Januar 2020, einige halten Schilder und Banner, andere fahren Fahrräder, mit Schildern, Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.Luisa Klein

Nach Kreml-Attacke: Düsseldorfer Karnevalisten bereit zum Aufmarsch - Düsseldorfer Karneval 2025 startet mit Rekordumzug und trotzigem Protest gegen russische Drohungen

Düsseldorfer Karneval 2025 startet mit Rekordfeiern und trotzigem Ton

Die Feierlichkeiten beginnen mit einer noch nie dagewesenen Ausgelassenheit – und einer klaren Botschaft des Widerstands. Denn während der Wagenbauer Jacques Tilly wegen seiner satirischen Putin-Karikaturen mit russischen juristischen Drohungen konfrontiert ist, planen die Veranstalter den größten Rosenmontagszug seit Jahrzehnten.

Die Stadt verschärft zudem die Sicherheitsvorkehrungen: In der Altstadt gilt ein Glasverbot, um Verletzungen während der Feiern zu verhindern.

Offiziell eröffnet wird der Karneval am Donnerstag mit dem traditionellen Sturm auf das Rathaus zum Altweiberfastnacht. Tausende Polizisten werden für Ordnung sorgen, während mobile Sanitätsteams im Einsatz sind, um Krankenhausfahrten zu reduzieren. Diese Maßnahmen sind Teil einer jahrelangen, erfolgreichen Strategie zur Verbesserung der Sicherheit bei Großveranstaltungen.

Der diesjährige Rosenmontagszug wird mit 11.000 Teilnehmern, 124 Wagen und 116 Fußgruppen der größte der letzten 20 Jahre. Die 5,35 Kilometer lange Prozession wird wie gewohnt Hunderttausende Zuschauer anlocken. Die Veranstalter sehen darin eine mutige Antwort auf die russische Verfolgung Tillys, dessen satirische Motive international für Aufmerksamkeit sorgen.

Tilly selbst wird in Russland in Abwesenheit wegen "Verbreitung falscher Informationen über die russische Armee" und "Verleumdung staatlicher Organe" angeklagt – ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. Der Prozess in Moskau wurde mehrfach verschoben; die nächste Verhandlung ist für den 26. Februar 2026 angesetzt. Tilly bezeichnet die Vorwürfe als absurd und kündigte an, seine Arbeit fortzusetzen. Unterstützung erhält er unter anderem von NRW-Minister Nathanael Liminski, internationalen Medien wie CNN und der deutschen Botschaft, die den Fall beobachtet.

Unterdessen verzeichnen Karnevalsvereine steigende Mitgliederzahlen, und die Begeisterung in der Stadt bleibt ungebrochen. Der trotzig-optimistische Geist des Festes zeigt sich deutlich: Die Veranstalter kündigen noch schärfere Satire auf den diesjährigen Wagen an – ein Zeichen, dass man sich von Druck nicht einschüchtern lässt.

Der Düsseldorfer Karneval 2025 wird trotz des Rechtsstreits um Jacques Tilly mit dem größten Umzug seit Jahren stattfinden. Die Stadt hat Sicherheit und medizinische Versorgung verstärkt, um die Menschenmassen zu bewältigen. Mit internationaler Solidarität für Tilly und Rekordbeteiligung ist die Botschaft des Festes – Widerstand und Feierlaune – so stark wie nie.