Dramé-Brüder droht trotz Rechtsstreit um Polizeischüsse die Abschiebung aus Deutschland

Luisa Klein
Luisa Klein
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Eine Gruppe von Menschen, einige mit Kappen und Masken, sitzt auf dem Boden mit zwei Polizeibeamten in der Nähe, vor einer Wand mit Schrift, was auf eine Stadtlocation hindeutet.Luisa Klein

Dramé-Brüder droht trotz Rechtsstreit um Polizeischüsse die Abschiebung aus Deutschland

Sidy und Lassana Dramé droht trotz der laufenden juristischen Auseinandersetzungen um den Tod ihres Bruders nun die Abschiebung aus Deutschland. Das Dortmunder Ausländeramt verweigerte die Verlängerung ihrer Aufenthaltstitel, die Ende Januar 2026 ausliefen. Beide Brüder sowie die Staatsanwaltschaft haben gegen ein Gerichtsurteil Berufung eingelegt, das die an der tödlichen Schießerei beteiligten Polizisten freisprach.

Mouhamed Lamine Dramé starb am 8. August 2022 bei einem Polizeieinsatz in Dortmund. Seither stellen seine Brüder die Aufarbeitung des Falls infrage und argumentieren, der Einsatz sei fehlerhaft gewesen und sein Tod hätte verhindert werden können. Auch die Staatsanwaltschaft focht den Freispruch der Beamten an und brachte den Fall vor den Bundesgerichtshof (BGH).

Das Ausländeramt begründete die Ablehnung damit, dass es keinen triftigen Grund für eine Verlängerung des Aufenthalts gebe; die Brüder könnten sich auch aus dem Ausland mit ihrem Anwalt abstimmen. Die Behörden wiesen zudem darauf hin, dass sie im Falle einer Neuverhandlung ein neues Visum beantragen könnten. Unterdessen fordert ein offener Brief, unterzeichnet von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen, dass den Brüdern ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht sowie Arbeitserlaubnisse gewährt werden.

Unterstützer:innen betonen, dass Sidy und Lassana Dramé eine zentrale Rolle bei der juristischen und politischen Aufarbeitung der Schießerei spielen. Sie haben sich in Nordrhein-Westfalen ein Leben aufgebaut und sind entschlossen, an weiteren Verfahren teilzunehmen, sollte ihre Berufung Erfolg haben.

Die Zukunft der Brüder in Deutschland bleibt ungewiss, während ihr rechtlicher Kampf weitergeht. Falls der BGH ihrer Berufung stattgibt, könnte sich für sie noch die Chance ergeben, zu bleiben und an einer Neuverhandlung mitzuwirken. Derzeit sind ihre Aufenthaltstitel jedoch abgelaufen, was sie akut von Abschiebung bedroht.