18 April 2026, 02:20

Deutschland wirbt in Indonesien um Fachkräfte und lockt Gamer mit Spielestrategien

Deutsches Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das Soldaten in Helmen mit Waffen zeigt, mit dem Text "Wiener Kommmerzial Bank" unten.

Deutschland wirbt in Indonesien um Fachkräfte und lockt Gamer mit Spielestrategien

Deutschland intensiviert seine Bemühungen, Fachkräfte aus Indonesien anzuwerben. Bundesbildungsminister Johann Wadephul hält sich derzeit in dem Land auf, um den Arbeitskräftemangel – insbesondere im Gesundheitssektor – zu bekämpfen. Auf dem Programm stehen Besuche religiöser Stätten, einer Fabrik sowie einer Sprachschule für Deutsch, wo neue Partnerschaften geschlossen wurden.

Gleichzeitig werben deutsche Nachrichtendienste und das Militär um eine ganz andere Zielgruppe: Gamer. Auf der Gamescom präsentieren Bundeswehr und Bundesnachrichtendienst (BND) interaktive Simulatoren und eigens entwickelte Spiele, um potenzielle Bewerber anzulocken.

Wadephuls Besuch in Indonesien unterstreicht Deutschlands Bestrebungen, Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen. Das Land mit der weltweit größten muslimischen Bevölkerung und über 270 Millionen Einwohnern verfügt über eine junge Demografie – fast die Hälfte ist unter 30 Jahre alt. Damit ist es ein attraktiver Pool für ausländische Arbeitskräfte, während die deutsche Bevölkerung altert.

Während seines Aufenthalts besuchte Wadephul eine Deutschsprachschule in Jakarta, wo er Vereinbarungen zur Einrichtung von vier weiteren Sprachzentren unterzeichnete. Bessere Sprachkenntnisse gelten als Schlüssel, um Anwerbehindernisse zu überwinden – dazu zählen auch geringe Bildungsabschlüsse und die begrenzte Anerkennung ausländischer Qualifikationen in Deutschland. Derzeit erhalten jährlich nur etwa 1.000 indonesische Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich ein deutsches Arbeitsvisum.

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Neben Bildungsinitiativen umfasst Wadephuls Reiseplan auch Stationen in einer christlichen Kirche, einer Moschee und einem Werk des Nutzfahrzeugherstellers LKW AG. Die Besuche sollen kulturelle Bindungen stärken und gleichzeitig Deutschland als Ziel für qualifizierte Migranten bewerben.

Zurück in Deutschland setzen BND und Bundeswehr auf moderne Rekrutierungsmethoden. Auf der Gamescom, Europas größter Spielemesse, sprechen sie potenzielle Kandidaten mit immersiven Erlebnissen an. Die Bundeswehr bietet Simulatoren für Panzerfahrten und Helikopterflüge an, während der BND das Spiel BND Legends – Operation Blackbox entwickelt hat, das die Problemlösungsfähigkeiten der Spieler in spionageähnlichen Szenarien testet. Diese Initiativen spiegeln eine breitere Strategie wider, um jüngere, technikaffine Zielgruppen zu erreichen.

Wadephuls Indonesien-Reise könnte den Weg für mehr Gesundheitsfachkräfte nach Deutschland ebnen. Die neuen Sprachschulen könnten helfen, aktuelle Hürden abzubauen, auch wenn die Visazahlen weiterhin niedrig bleiben. Gleichzeitig zeigen die Gaming-Initiativen von BND und Bundeswehr, wie sich die Anwerbestrategien weiterentwickeln, um neue Talentpools zu erschließen. Beide Ansätze zielen darauf ab, Deutschlands Arbeitsmarkt- und Personalprobleme auf unterschiedliche Weise zu lösen.

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