Defekter 250.000-Euro-Automat? Eine Apothekenmitarbeiterin macht das Beste daraus

Luisa Klein
Luisa Klein
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Eine Frau in blauer Uniform und Schutzbrille arbeitet an einer Maschine, umgeben von Rohren und einer Wand im Hintergrund.Luisa Klein

Defekter 250.000-Euro-Automat? Eine Apothekenmitarbeiterin macht das Beste daraus

Apotheke in Ostfriesland wartet seit einem Jahr auf Reparatur ihres kaputten 250.000-Euro-Automaten – doch eine Findige macht das Beste daraus

Eine Apotheke in Ostfriesland kämpft seit einem Jahr mit einem defekten automatischen Abgabesystem im Wert von 250.000 Euro, das dringend repariert werden müsste. Doch statt den Betrieb einzuschränken, hat die Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) Birgit Maier die Situation zum Vorteil genutzt: Mit eigenen Methoden steigerte sie die Effizienz so sehr, dass die Apotheke reibungslos weiterläuft – während andere Häuser mit ähnlichen Problemen hadern.

Der Automat in der Groß Holum-Apotheke fiel vor einem Jahr aus und ließ die Mitarbeiter ohne ein zentrales Arbeitsgerät zurück. Statt den Betrieb zu drosseln, verwandelte Maier die Regale des defekten Geräts in ein hochorganisiertes System. Mittlerweile findet sie Medikamente auf einen Blick, erkennt Verfallsdaten, Preise und Rabattverträge ohne Verzögerung – und das ganz ohne technische Unterstützung.

Mit speziellen Hilfsmitteln navigiert sie durch die Regale und holt Rezepturen zügig heraus. Gleichzeitig berät sie Kunden per Headset, fast wie eine Drive-in-Servicekraft. Ihr improvisiertes Vorgehen macht sie unverzichtbar – besonders, da andere Apotheken mit ähnlichen Herausforderungen kämpfen. Eine aktuelle Stichprobe des NDR-Verbrauchermagazins *Markt* ergab, dass nur zwei von zehn Apotheken eine fachgerechte Kundenberatung anbieten. Unterdessen arbeitet die Königstor-Apotheke in Minden seit einem Monat im Notbetrieb, weil auch dort ein Abgaberoboter ausgefallen ist. Pharmazeutisch-technische Assistentinnen wie Maier werden immer wichtiger, um den Betrieb auch ohne automatisierte Systeme aufrechtzuerhalten.

In einer anderen Meldung urteilte das Landgericht Berlin gegen den Terminvermittler Doctolib, weil das Unternehmen Patienten über Selbstzahlerleistungen in die Irre geführt habe. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gewann den Prozess und unterstreicht damit anhaltende Bedenken hinsichtlich der Transparenz im Gesundheitswesen.

Maiers Einfallsreichtum hält ihre Apotheke trotz des defekten Automaten funktionsfähig. Ihre Fähigkeit, Medikamente effizient zu verwalten, zeigt, wie qualifiziertes Personal Lücken ausgleichen kann, die durch fehlerhafte Technik entstehen. Der Fall wirft zudem ein Licht auf die größeren Herausforderungen, vor denen Apotheken in ganz Deutschland stehen.