CDU blockiert Solinger Wohnungsbau am Fronhof – und warnt vor sozialer Spaltung
Johanna KrügerCDU blockiert Solinger Wohnungsbau am Fronhof – und warnt vor sozialer Spaltung
Solingens nördliche Innenstadt leidet seit Jahren unter einem stetigen Niedergang: sinkende Einzelhandelsaktivitäten, niedrige Mieten und steigende Kriminalität prägen das Bild. Nun wehrt sich die CDU-Fraktion gegen die aktuellen Pläne der Stadt – mit der Warnung, diese könnten die Lage weiter verschärfen. Im Fokus der Kritik steht ein geplanter sozialer Wohnungsbau am Fronhof, der ihrer Ansicht nach die soziale Spaltung vertiefen würde.
Die CDU-Fraktion lehnt die Pläne für über 100 geförderte Wohnungen im Bereich Fronhof entschieden ab. Laut Lukas Schrumpf, dem planungspolitischen Sprecher der Partei, untergräbt das Vorgehen der Stadtverwaltung die vereinbarten Ziele der ISEK-Strategie „Stadt 2030“. Die Fraktion befürchtet, dass das Projekt die Kaufkraft schwächen und die soziale Spaltung verstärken werde – statt den Stadtteil zu beleben.
Die ISEK-Strategie sollte eigentlich langjährige Probleme wie schrumpfenden Einzelhandel, hohe Arbeitslosigkeit und sinkende Lebensqualität angehen. Doch die CDU wirft der Stadt vor, mit den aktuellen Maßnahmen keine echte Wende einzuleiten. Fraktionschef Daniel Flemm ging noch weiter und bezeichnete die jüngsten Vorschläge der Verwaltung als mögliches „Todesurteil“ für die nördliche Innenstadt.
Stattdessen fordert die CDU eine Rückkehr zu den Kernzielen des ISEK: soziale Durchmischung, bessere Arbeitsplatzchancen, attraktivere öffentliche Räume und mehr Sicherheit. Zudem setzt sie sich für hochwertigen Wohnraum oder gleichwertige Maßnahmen ein, um mehr Kaufkraft in das Viertel zu holen. Ein weiterer zentraler Vorschlag ist die Umwandlung des Weyersbergs in ein dediziertes Sportviertel – inklusive städtebaulicher Aufwertungen, um die Attraktivität zu steigern.
Die Fraktion betont, dass eine Lösung stadtweit gedacht werden müsse, um Solinger Familien bezahlbaren, aber qualitativ hochwertigen Wohnraum zu bieten. Ohne diesen Kurswechsel, so die Warnung, werde die nordöstliche Innenstadt ihren Abwärtstrend fortsetzen.
Mit ihrer Ablehnung des Fronhof-Wohnungsbauprojekts setzt die CDU die Stadtverwaltung unter Zugzwang, ihre Strategie zu überdenken. Ihr Alternativkonzept setzt auf gemischte Nutzung, wirtschaftliche Impulse und städtebauliche Aufwertung, um den Niedergang des Viertels umzukehren. Nun steht die Frage im Raum: Passt die Stadt ihre Pläne an – oder setzt sie die umstrittenen Vorhaben wie geplant um?






