Bundesnetzagentur will Netzentgelte für Energiespeicher früher einführen – Branche warnt vor Engpässen
Bundesnetzagentur will Netzentgelte für Energiespeicher früher einführen – Branche warnt vor Engpässen
Die Bundesnetzagentur hat Gespräche über die Zukunft der Netzentgelte für Betreiber von Energiespeichern eingeleitet. Im Rahmen des AgNes-Prozesses geht es darum, wie Speichersysteme in den kommenden Jahren zur Finanzierung der Stromnetze beitragen sollen. Vertreter der Branche und Regulierungsbehörden diskutieren Änderungen, die die Kosten für die Betreiber grundlegend verändern könnten.
Aktuell sind Speicherbetreiber vollständig von den Netzentgelten befreit – eine Regelung, die ursprünglich bis 2045 gelten sollte. Die Behörde schlägt nun jedoch vor, diese Befreiung spätestens bis 2029 zu beenden. Damit würde sich die befristete Ausnahmeregelung auf insgesamt 20 Jahre verkürzen.
Branchenverbände wehren sich gegen eine vorzeitige Streichung der Befreiung und argumentieren, dies verletze den Grundsatz des Vertrauensschutzes. Sie warnen, dass plötzliche Änderungen kurzfristig zu einem Kapazitätsengpass von mindestens 10 Gigawatt führen könnten. Die Bundesnetzagentur hingegen gibt zu bedenken, dass eine rückwirkende Anpassung der Befreiung rechtlich problematisch sein könnte.
Um eine faire Lösung zu finden, prüfen die Regulierer einen Mechanismus, der neue Speichersysteme an den Netzkosten beteiligt. Thema der Gespräche waren auch flexible Netzanbindungskonzepte (Flexible Connection Agreements, FCAs) und deren mögliche Auswirkungen auf Batteriespeicher. Weitere Fachgespräche sind geplant; erste Zwischenergebnisse werden im zweiten Quartal dieses Jahres erwartet.
Die Ergebnisse dieser Verhandlungen werden entscheiden, wie Speicherbetreiber künftig zur Netzentgelffinanzierung beitragen. Klare Regelungen sind dringend nötig, um mögliche Engpässe in der Energieversorgung zu vermeiden. Die Behörde strebt einen Ausgleich zwischen Fairness und der notwendigen Planungssicherheit für die Branche an.
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