13 June 2026, 00:19

Berlins Kulturszene kämpft um ihr Überleben vor der Wahl

Welchen Weg für die Kultur?

Berlins Kulturszene kämpft um ihr Überleben vor der Wahl

Berlins Kulturszene wehrt sich gegen Kürzungen und politische Entscheidungen, die ihre Zukunft bedrohen

Eine neue Initiative mit dem Namen „Berlin ist Kultur“ hat eine Aktionswoche gestartet, um das Thema Kultur in den Mittelpunkt des anstehenden Wahlkampfs zu rücken. Die Gruppe warnt: Ohne schnelles Handeln drohen wichtigen Einrichtungen die Schließung oder massive Instabilität.

Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, hat sich vehement gegen die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich ausgesprochen und sie als „fehlgeleitete Entscheidung“ kritisiert. Als drastisches Beispiel für die Krise nannte er die mögliche Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. Reese berichtete auch von einer prägenden Erfahrung: Ein Theaterbesuch in Paderborn mit 14 Jahren habe seinen Lebensweg und seine Karriere entscheidend beeinflusst.

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Im Zentrum der Kampagne steht die „Berliner Erklärung“, die fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem werden verlässliche, langfristige Förderstrukturen angemahnt. Um das Thema während der Wahlzeit präsent zu halten, soll der Slogan „#deineStimmefürKultur“ in jeder Kultureinrichtung der Stadt zu sehen sein.

Weitere Stimmen unterstützen den Protest: Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Situation ihres Hauses mit dem Mythos von Ikarus – besonders bitter, da die Kürzungen kurz nach der Verleihung des Bundestheaterpreises kämen. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, warnte vor geplanten Mietanpassungen ab Januar 2027, die die Zukunft des Theaters gefährden könnten.

Um die Kandidat:innen in die Pflicht zu nehmen, haben Institutionen und Verbände „Wahl-Lackmustests“ entwickelt. Dazu gehören Zusagen zur Stabilisierung von Kunstbildungsprogrammen und weitere Maßnahmen zum Schutz des Berliner Kulturlandschaft.

Die Initiative „Berlin ist Kultur“ betont, dass Kultur das Erbgut der Stadt sei. Der Erhalt der kulturellen Einrichtungen sei entscheidend für Berlins Zukunft. Ziel der Kampagne ist es, dass Kulturförderung und -stabilität zu zentralen Wahlkampfthemen werden.

Quelle