Anna Netrebko glänzt in Berlin – doch vor der Oper toben Proteste
Berlins Staatsoper eröffnete ihr Weihnachtsprogramm mit einer Neuinszenierung von Un ballo in maschera von Giuseppe Verdi. Der Abend gehörte der Sopranistin Anna Netrebko, die in der Rolle der Amelia glänzte. Vor dem Opernhaus löste ihr Auftritt jedoch Proteste von Demonstranten aus, die ihr vorwerfen, politische Verbindungen zu unterhalten.
Die Premiere fand mitten in der anhaltenden Kontroverse um Netrebko statt, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Rund 50 Protestierende versammelten sich vor dem Gebäude, schwenkten ukrainische Flaggen und skandierten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Die Kundgebungen erinnerten an frühere Proteste im März 2026, als Netrebko an gleicher Stelle als Abigaille in Verdis Nabucco auftrat.
Im Inneren des Theaters zeigte sich ein völlig anderes Bild: Netrebko erhielt begeisterten Applaus für ihre Darstellung, während auch die Musiker und Mitwirkenden gefeiert wurden. Die Sopranistin tritt trotz der anhaltenden Proteste weiterhin in Deutschland auf, ist seit ihrer öffentlichen Distanzierung von Russland jedoch nicht dorthin zurückgekehrt. Besonders umstritten bleibt ihre Feier zum 50. Geburtstag 2021 im Moskauer Kreml.
Die Produktion von Un ballo in maschera an der Staatsoper markiert einen weiteren Höhepunkt in Netrebkos Karriere, deren künstlerisches Können weiterhin Bewunderung hervorruft – auch wenn ihre Auftritte immer wieder politische Debatten auslösen. Die Vorstellung fand wie geplant statt, und Netrebkos gesangliche Leistung wurde vom Publikum enthusiastisch gewürdigt. Gleichzeitig unterstrichen die Proteste draußen die anhaltenden Spannungen zwischen ihrer künstlerischen Laufbahn und den politischen Kontroversen, die sie begleiten. Das Weihnachtsprogramm der Staatsoper wird mit weiteren Aufführungen der Inszenierung fortgesetzt.






