Alfred Grosser – ein Leben für die deutsch-französische Freundschaft ist zu Ende
Luisa KleinAlfred Grosser – ein Leben für die deutsch-französische Freundschaft ist zu Ende
Alfred Grosser, der renommierte Politikwissenschaftler und unermüdliche Vorkämpfer der deutsch-französischen Freundschaft, ist im Alter von 99 Jahren verstorben. Mit scharfem Verstand und einem unerschütterlichen Engagement für die Versöhnung prägte er maßgeblich die Nachkriegsbeziehungen zwischen Frankreich und Deutschland. Für sein Wirken wurde er vielfach gewürdigt, darunter 1987 mit dem „Schärfsten Klingen“-Preis der Stadt Solingen.
Grossers Lebensaufgabe war es, aus einstigen Feinden Verbündete zu machen. Als intellektueller Pionier trug er entscheidend zur Vorbereitung des Élysée-Vertrags bei, der die Bindungen zwischen beiden Ländern festigte. Sein unbedingtes Eintreten für die Menschenrechte als unverhandelbar prägte sein Wirken für Frieden und Verständigung.
Im April 1987 besuchte er Solingen, wo er vor Studierenden über die Rolle der französischen und deutschen Jugend in Gesellschaft und Politik sprach. Die Stadt ehrte ihn später mit dem „Schärfsten Klingen“-Preis für sein beharrliches Eintreten für gegenseitigen Respekt. Auch über Europa hinaus kritisierte er offen die Politik Israels und forderte die Deutschen auf, trotz historischer Sensibilitäten eine ehrliche Debatte zu führen.
Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach würdigte Grosser nach seinem Tod und betonte die bleibende Wirkung seiner klaren Stimme und seines Appells zu grenzüberschreitender Freundschaft.
Grossers Beiträge zur Diplomatie und Bildung hinterlassen ein nachhaltiges Erbe. Seine Reden, Schriften und sein öffentliches Engagement vertieften die Verbindungen zwischen den Nationen. Zwar ist er nicht mehr unter uns, doch seine Vision von Versöhnung und Menschenrechten lebt weiter – in den Institutionen und Beziehungen, die er mitgeprägt hat.






